Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
380
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z8s Bischof Bsssuets Einleitung

fiossen war, und schloß daraus, daß die Istaelitennicht mehr auf den Meßias hoffen dürften,indem er ihnen in der Perlon des Königes Eze-chias schon gegeben worden ware^.

Doch in der That hat diese Meynung bey den Ju-den keinen Beyfall gesunden, sondern ist vielmehr ver-abscheut worden. Allein weil sie in der Kenntniß derin ihren Prophezeyungen angegebnen Zeiten nicht mehrfortkommen konnten, und nicht wußten, wie sie sichaus diesem Jrrgange herausfinden sollten, so habensie in ihremTalmude aus folgenden Worten einen Glau-bensartikel gemacht: Alle Zeiten, die von der An-kunft des Meßias angegeben worden sind, sindverflossen, und daher haben sie einmüchig den Aus-spruch gethan: Verflucht seyn diejenigen, welchedie Zeiten des Meßias berechnen werden^:So verlaßt ein Steuermann in einem Sturme, dersein Schiff von seiner Straße verschlagen hat, vollVerzweiflung seinen Compaß und seine Ausrechnungen,und laßt es hintreiben, wo es der Zufall hinführen will.

Seit der Zeit haben sie sich nur darauf beflissen,den Prophezeyungen auszuweichen, in welchen die Zeitdes Meßiaö angegeben ist. Sie haben es nicht ge-achtet, alle Traditionen ihrer Väter über den Haufenzu werfen, wofern sie nur den Christel, diese herr-lichen Prophezeyungen nehmen könnten, und sie sindso weit gegangen, daß sie auch gesagt haben, dieWeißagung Jacobs gienge nicht auf den Meßias .

Allein ihre alten Schriften strafen sie Lügen. Die-se Prophezeyung wird im Talmude vom Meßias ver-standen,

* K. «illel. ib. ädran. 6e c. 5!dei.

Lern. 8an. c. X. ^loles Usimoniä. in Lxir...lalm.I5. ^brsn. äe cax. üä.