Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
381
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in die allgemeine Geschichte. ?8i

standen, und unsre Erklärung wird man in ihren Pa-raphrasten, in ihren ältesten, und angesehensten Aus-legern finden*.

Wir lesen daselbst die eigentlichen Worte, daß dasHaus und Königreich Iuda , das einmal die ganzeNachkommenschaft Iuda und das ganze Volk Isra-els ausmachen würde, allezeit Richter und Mei-ster, bis ans den Meßias haben sollte. Alsdann wür-de aus allen Völkern ein neues Königreich entstehen.

Das ist das Zeugniß, welches noch in den erstenZeiten des Christenthums die berühmtesten Lehrer un-ter den Juden ablegten, deren Aussprüche für gültigangenommen wurden. Die alte Tradition, die so festund so wohl bestätigt war, konnte nicht sogleich vertilgtwerden, und obgleich die Iüden die Weißagung Ja-cobs nicht auf Christum deuteten, so leugneten sie dochnicht, daß sie aufden Meßias gienge; so weit gieng ihreKühnheit noch nicht. Sie verfielen erst lange nachherin diese Ausschweifung, und sie erkannten, da die Chri-sten so sehr in sie drangen, daß ihre Tradition widersie wäre.

Was die Prophezeyung Daniels anbetrifft, wo dieAnkunft des Meßias in den Zeitpunkt von 49Q Jah-ren eingeschlossen ist, wenn man nämlich vom zwanzig-sten Jahre der Regierung Artarerxes, des Langhän-digen, an rechnet; so führte dieser Zeitpunkt gegen dasEnde des vier tauscndenIahres derWelt.Nun ist es aberauch eine sehr alte Sage unter den Iüden,daß der Meßi-as gegen das Ende des Viertausenden Jahres der Welt,ungefähr zween tausend Jahre nach dem PatriarchenAbraham, erscheinen würde. Ein Elias, dessen Na-men

* Lem. l'raÄ, 8aneä. c. XI. kargxlir. OnKelos, IoNa-nan Lc ^erolol. V. ?oIxZ> ^n^I.