Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
387
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in die allgemeine Geschichte. z8?

endlich einen, der ein Sohn Josephs ist; denn man hatihm einen von den Charaktcrn Jesu Christi nicht abspre-chenkönnen, der für einen Sohn Josephs gehalten wor-den ist, und auch einen, der vom David abstammte,ohnedaß sie iemals den Worten Davids Gehör geben wollen,nach welchen der Meßias, der Sohn Davids , ehe er seil»Haupt erhübe, erst vom Dache trinken, das ist, erst Ps. no.leiden, und dann überwinden sollte, wie solches derSohn Davids selbst sagte: O ihr Chören und rrä-^'A^'ges Herzens, zu glauben alle dem, oas die pro- 2«s 55.pheren geredet haben. Mußte ntchrChriftus sol-ches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?

Wenn wir übrigens diese wichtige Stelle vomMeßias verstehen, welche ihn so lebhaft als den vor-stellt , der voller Schmerzen und Rrantheic ist,und um unsrer Sünde willen zerschlagen wird,so wird unsre Auö-legung, eben sowie alle unsre andernErklärungen durch die alce Tradition der Juden bestä-tigt. So groß ihre Vorurtheile seyn mögen, so lehrtuns doch das so oft angezogne Capitel aus dem Tal-mude, daß der, welcher für unsre Sünden so zer-schlagen wird, der Meßias sey. Die Schmerzen, diedem Meßias durch unsre Sünden sollten verursacht wer-den, findet man so wohl an dem angeführten Orte, als inandern jüdischen Schriften erwähnt*.Es wird oft darin-nen von seinem sowohl niedrigen als herrlichen Einzüge,deiner in Jerusalem auf einem Esel halten sollte, ge-redet, und die bekannte Weißagung des ProphetenZacharias wird auf ihn gedeutet. Worüber habensich die Juden zu beklagen? Alles war ihnen in ihrenPropheten mit ausdrücklichen Worten angezeigt-, ih-re alte Tradition hatte die natürliche Erklärung dieserBb 2 Pro--

" Cem.l^A. LANeär. libr. XI.