M Bischof Bossuets Eiuleitung
Prophezeyuiigen erhalten, und es kann kein Vorwurfgerechter seyn, als der, welchen ihnen der Heiland
Matth. 16,2. der Welt machte: Ihr Heuchler, des Himmelsz. 4- Gestalt könnet ihr urtheilen, ob es ein schöner
Luc. 12,56. ^her truder Tag seyn wird; könnet ihr dennnicht auch die Zeichen dieser Zeit urtheilen?
Wir wollen daraus schließen, daß die Juden inder That Recht gehabt haben zu sagen, daß alle an-gegebnen Zeiten von der Ankunft des MeßiasVerflossen sind. Juda ist weder ein Königreich nochVolk mehr. Andre Völker haben den Meßias er-kannt, der ihnen gesandt werden sollte. Jesus Chri-stus ist den Heiden gezeigt worden; nachdem solchesgeschehen ist, haben sie sich zu dem Gotte Abrahamsversammelt, und der Segen dieses Patriarcheil istüber die ganze Erde ausgebreitet worden. DerMensch voll Schmerzen ist gepredigt, und die Ver-gebung der Sunden in seinem Namen durch seinenTod verkündigt worden. Alle Wochen sind verflossen;die Zerstörung des Volkes und des Heiligthumes, diegerechte Strafe für den Tod Christi sind ganz vollen-det; kurz, Christus ist mitj allen Charakteren, die diejüdischen Traditionen erkennen, nun erschienen, undden Jüden bleibt für ihren Unglauben keine Ent-schuldigung mehr übrig.
Wir haben auch seit der Zeit unleugbare Beweiseerhalten, daß sie von Gott verworfen worden sind.Nach dem Tode Jesu Christi sind sie immer tieferundtiefer in die Unwissenheit und in das, Elend gerathen,woraus sie endlich entweder das äußerste Elend, oderdie Schande, daß sie so oft eine Beute des Irrthumsgewesen sind, oder vielmehr die Güte Gottes bringenwird, wenn die Zeit, welche seine Vorsehung zur