in die allgemeine Geschichte. 595
ihrer erhabnen Schreibart, und mit ihren Vernunft-schlüssen ausgerichtet, die sie mit so vieler Kunst zu-jammcngeordnet hatten? Hat Plato wohl mir seinerBeredsamkeit, die man für göttlich gehalten, eineneinigen Altar umgestürzet, wo diese ungeheuren Gott-heiten angebetet wurden? Er, und seine Schülerund alle Weisen der Welt haben den Lügen geopfert:Sie sind in ihrem Dichten eitel worden, und Rom , i,«.ihr unverständiges Herz ist verfinstert, und dasie sich für weise hielten, sind sie zu Narren ge-worden, weil sie wider ihre Einsicht die Creaturenangebetet haben.
Hat also der heilige Apostel nicht Recht in unsrerStelle auszurufen: Wo sind nun die Klugen. Wo sinddie Schristgclchrten? Wo sind die Weltweisen? Sindsie auch nur auf die Vermuthung gefallen, daß mansich solchen Gotteslästerungen widersehen, und, ichwill nicht sagen den Tod, sondern nur das geringsteLeiden für die Wahrheit erdulten müßte. Weit ge-fehlt, daß sie dieses gethan haben; sie haben vielmehrdie Wahrheit in Ungerechtigkeit aufgehalten, Rom. i,is.und als einen Grundsah angenommen, daß man inSachen der Religion dem Volke folgen müßte. DasVolk, das sie so sehr verachteten, ist in der wichtig-sten Sache ihre Richtschnur gewesen, wo doch ihreEinsicht und Vernunft am nothwendigsten zu seyn schien.Wozu hast du also gedient, oPhilosophie? Hat nicht i<?or.r,ls,Gott die Weisheit dieser Welc zur Thorheit ge-macht ? Hat er nicht die Weisheit der weisen .vernichtet, und den verstand der Verständigenverworfen?
So hat Gott durch die Erfahrung gezeigt, daß derUmsturz Der Abgötterey nicht allein ein Werk der
mensch-