Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
397
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in die allgemeine Geschichte. 597

hie viel angenehmer und berauschender, als Wein ist,überließ, und ihr, so zu reden, opferte. Jesuö Chri-stus kömmt, und will durch das Geheimniß seinesKreuzes den Herzen die Liebe zu den Leiden, anstattder Liebe zu den Ergchlichkeiten einprägen. Die Göt-ter, die man außer dem Menschen in den Tempelnund Hainen anbetete, waren zerstört, weil dieGößen,die sie in sich selbst anbeteten, nicht mehr waren. Dasgereinigte Herz wurde, wie Jesus selbst sagt, fähig,Gort zu schauen; der Mensch suchte nunmehr, <m- Mütth.statt Gott sich selbst gleich zu machen, so viel als seineSchwachheit ihm zulaßt, Gott ähnlich zu werden.

Das Geheimniß Jesu Christi hat uns gezeigt, wiedie Gottheit, ohne sich zu eruiedrigcn, sich mit unsrerNatur vereinigen, und unsre Schwachheiten anneh-men könnte. Das Wort ist Fleisch worden; derje-nige, der die Gestalt und Natur Gottes hatte, hateines Zxnechres Gestalt angenommen, ohne das-jenige zu verlieren, was er war. Er ist in sich selbstunveränderlich, und vereinigt sich doch mit einer frem-den Natur, und eignet sich dieselbe zu. O ihr Men-schen, ihr wolltet Götter haben, die, die Wahrheit zu sa-gen, nur Menschen, und noch dazu lasterhafte Menschenwaren! Das war eine allzugroße Blindheit! Allein hierist ein neuer Gegenstand, den man euch zeigt; hier ist einGott und ein Mensch zusammen; aber ein Mensch, dernichts von dem verlohr, was er war, indem er das an sichnahm, was wir waren. Die Gottheit bleibt unverän-derlich, sie kann sich selbst nicht geringer machen; sie kanndasjenige nur erheben, was sie mit sich vereiniget.

Aber was ist es denn, was Gott von uns selbst an«genommen hat? Unsre Laster und Sünden? Das seyferne, daß wir das von Gott sagten! Er hat von

dem