Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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4O2 Bischof Bossuets EinleitUttg

derjenige, der am meisten unter ihnen galt, stellte ih-Slpostg, i?, nen vor, daß sie allen ihren Gewinn verlöhren. j^s27' rvill, sagte er, nicht allein unserm Handel dahingerathen, daß er nichts gelte, sondern auch derTempel der großen Göttmn Diana wird nichtsmehr geachtet, und ihre Majestät wird dazuuntergehen, welcher doch ganz Asia, und dertpeltkreis Gottesdienst erzeiget.

Wie mächtig ist der Eigennutz, und wie verwägen,wenn er sich mit dem Scheine der Religion bedeckenkann! Das war genug, diese Künstler in Bewegungzu bringen. Da sie das hörten, wurden sie voll Zorns,schrien, und sprachen: Groß ist die Diana derj^pheftr! Die ganze Stadt ward voll Getümmel,sie stürmten einmüthig aus den Schauplatz, und ris-sen die Gefährten des Apostels Paulus dahin. Als-dann verdoppelte sich das Geschrey, und der ganzeMarkt erschallte binnen zwo Stunden allein von denWorten: Groß ist die Diana der Epheser ! Derheilige Paulus und seine Gefährten waren den Handendes Pöbels von der Obrigkeit mit Mühe noch eittrij-sen,und sie befürchtete, daß aus diesem Getümmel nochgrößre Unordnungen entstehen möchten. Der Eigennutzder Privatpersonen vereinigte sich mit dem Eigennützeder Priester, die mit ihren Göttern fielen; der Ei-gennutz der Städte machte ihre Parthey stärker; denndie Städte wurden durch die falsche Religion berühmt;die Stadt Ephesus kann ein Exempel davon seyn,die alle ihre Freyheiten ihrem Tempel zu verdankenhatte, indem die Fremden, die dahin kamen, sie be-reicherten. Was für ein Sturm mußte die Kirchenicht betreffen, die in ihrem ersten Wachsthums war?Kann man wohl darüber erstaunen, wenn man die

Apostel