Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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404
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4O4 Bischof Bossuets Einleitung

keinen Aufrührer unter ihnen; so viel Ehrfurcht ge-gen die obrigkeitliche Gewalt flößte die Lehre der Chri-sten ihren AnHangern ein. Das war der tiefe Ein-druck, den dieses Wort des Sohnes Gottes in allenMMGemüthern machte: Geber dem Raiser, was desRaisers ist, und Gorce, rvas Gorres ist.

Dieser schöne Unterschied erfüllte die Christen miteinem so hellen Lichte, daß sie niemals aufhörten, dasVild Gottes in ihren Regenten zu verehren, wenn ihreWut gleich die Wahrheit verfolgte. Diese Unterwürfig-keit leuchtet aus allen ihren Vertheidigungen, die siegeschrieben haben, so deutlich hervor, daß sie noch heutzu Tage allen denen, die sie lesen, eine Liebe zur bür-gerlichen Ordnung einflößen, und deutlich zeigen, daßsie nur von Gott die Einführung und Bestätigung desChristenthums erwarteten. Menschen, die so bereitzum Tode wareil, und das ganze Reich, und alle Ar-meen erfüllten, haben sich in so vielen trübseligenJahrhundertel? doch nicht ein einziges mal vergangen;sie untersagten sich selbst nicht allein alle aufrühreri-schen Handlungen, sondern auch sogar das Murren*.Der Finger Gottes zeigte sich bey diesem Werke, undkein andrer Arm, als der seinige, konnte diese Ge-müther zurückhalten, die durch so viele Ungerecht«'«/keiten bis auf das Aeußerste getrieben wurden.

Es war ihnen in der That ein hartes Leiden, daßihnen als öffentlichen Feinden, als Feinden desReichs begegnet wurde, da sie, so zu sagen, ganz ge-horsam waren, und die Wohlfahrt der Prinzen unddas Glück des Staates mit den eifrigsten Wünschenvom Himmel zu erbitten suchten. Allein die römische

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* lerrull.^polo». z?.