in die allgemeine Geschichte. 405
Republik glaubte, daß man ihre Grunbseulen umstür-ze» wollte, wenn man ihre falschen Götter verachtete.Rom rühmte sich, durch ihre Erbauung sckon eine hei»lige Stadt zu seyn, weil sie von ihrem ersten Anfangean durch göttliche glückliche Zeichen eingeweiht, undvon ihrem Stifter dem Kriegsgorte gewidmet wordenwar. Es fehlte wenig, daß sie nicht glaubte, ihr Ju-piter wäre in dem Capitole gegenwärtiger, als imOlympe selbst. Sieglaubte,daß sie ihre Siege ihrer Re-ligion zu verdanken Härte. Durch sie hatte sie die Natio-nen und ihre Götter überwunden; denn das behaupte-te man dazumal ^. Die römische«, Götter sollten alsoüber andre Götter herrschen, wie die Römer über dieandern Menschen herrschten. Rom hatte Iudaa über-wunden, und den Gott der Juden unter die Götter ge-zählt, die ihre Götter überwunden hatten. Wennman ihn also auf den Thron bringen wollte, so war dasein eben so großes Verbrechen, als wenn man die Seu-len des Reiches umstürzte, und die Siege und dieMacht des römischen Volkes haßte. Also wurdendie Christen, die Feinde der Götter, zugleich als Fein-de der Republik betrachtet. Die Kaiser gaben sichmehr Mühe, sie auszurotten, als die Parther , die Mar-comannen, oder die Dacier zu vertilgen, und derSieg über das Christenthum erschien in ihren öffent-lichen Aufschriften mit einer eben so großen Pracht,als die Siege über die Sarmaten. Allein sie konn-ten sich nicht mit Wahrheit rühmen, eine Religion aus-gerottet zu haben, die unter Schwcrdt und Feuer sichnur weiter ausbreitete. Umsonst vereinigten sich die
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