in die allgemeine Geschichte. 4^9
ge verfolgt haben, bis er gekreuzigt worden ist, in ih-ren alten Schriften keine einzige Handlung von Jesufinden können, die sein Leben verdächtig machte, ge-schweige daß sie das Andenken einer einzigen Hand-lung erhalten hätten, wodurch er der Todesstrafe schul-dig geworden wäre. Dadurch wird denn dasjenige ganzdeutlich bestätigt, was wir im Evangelio lestn,daß näm-lich unser Heiland kein andres Verbrechen begangenhabe, als daß er gesagt, er sey Christus, der SohnGottes . - '
Tacitus erzählt uns wohl die Todesstrafe*, welcheJesus Christus unter dem Pontius Pilatus , und un-ter der Regierung des Tiberius leiden müssen; alleinkein Verbrechen, wodurch er den Tod verdient hätte,als dieses, daß er der Stifter einer Secte gewesen,welche man überzeugt hatte, daß sie dem menschlichenGeschlechts gehäßig, oder vielmehr verhaßt wäre.So istdas Verbrechen des Heilandes und seiner Christen be-schaffe«?, und ihre größten Feinde habeil sie nur in un-bestimmten Ausdrücken angeklagt, ohne iemals ein ge-wisses betanntes Verbrechen anzuführen, das man aufsie bringen könnte.
Es ist wahr, daß die Heiden in der letzten Verfol-gung, dreyhundert Jahre nach Jesu Christo, die fal-schen Acten des Pilatus bekannt machten, in welchenman die Verbrechen finden sollte, die ihm den Todam Kreuze zugezogen hatten; das thaten sie zu einerZeit, wo sie nicht mehr wußten, was sie ihm und seinenSchülern zur Last legen sollten. ' Da man aber vondiesen Acten in allen vorhergehenden Jahrhunderten,weder unter dem Nero, noch unter dem Doinitian,Cc 5 die
* ?2c. änn»1. XV. 44.
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