4n Bischof Bossuets Einleitung
die beyde im Anfange des Christenthums regierten,undauch sonst nirgends reden hört: So ist offenbar, daßsie von müßigen Verleumdern erdichtet worden sind,und man hat unter den Römern so wenig gewisse be-kannte Beweise wider Jesum Christum gehabt, daßman seine Zuflucht zu Erfindungen nehmen müssen.
Das ist also das erste, was wir erwägen müssen.Unser Heiland ist so unschuldig , daß man ihm keineneinzigen Vorwurf machen kann. Wir wollen nocheine gewisse Wahrheit hinzusetzen; man hat die Hei-ligkeit seines Lebens und seiner Lehre erkannt. Einerder größten römischen Kaiser, Alexander Severus,bewunderte unsern Heiland, und ließ sowohl in öffent-lichen Werken, als in seinem Pallaste einige Lehrsprücheseines Evangelii zu Überschriften nehmen ".Eben dieserKaiser lobte die heilige Vorsicht,mit welcher die Christenihre Priester ins Amt einführten, und stellte sie zumExempel vor. Das ist noch nicht alles: Er hatte in sei-nem Pallaste eine Arr von Capelle, wo er alle Mor-gen opferte. Er hatte sie den heiligen Seelen gewid-met, unter welche er nebst dem Orpheus, Jesum Chri-stum und den Patriarchen Abraham rechnete. Eswar daselbst noch eine andre Capelle, oder wie man dasWort l^sr-irium sonst übersetzen will, welche nicht eineso große Würde hatte. Darinnen befanden sich dieBildnisse des Achilles und einiger andern großen Män-ner ; allein Jesus Christus befand sich unter denenvom ersten Range. Es ist ein Heide, der diesesaufgeschrieben hat, und er führt zum Zeugen einenSchriftsteller aus den Zeiten des Alexanders an. Dassind also zween Zeugen; hier ist noch eine Sache, dieeben so erstaunlich ist.
Ob-
^ I.smxr!ä. !n H,IexAnä>r. 8ever. c. 45.51.