412 Bischof Bossuets Einleitung
allein sie sind doch Zeugnisse, daß die Ehre des Hei-landes selbst seine Feinde gezwungen hat, ihn zu prei-sen.
Außer der Unschuld und Heiligkeit unsers Heilandeshaben mir noch einen wichtigen Punkt zu erwägen;das sind seine Wunder. Es ist gewiß, daß die Ju-den dieselben niemals geleugnet haben, und wir fin-den im Talmudc einige, welche seine Jünger in seinemNamen sollen gethan haben ^. Sie haben nur gesagt,um die Ehre derselben zu verdunkeln, er hatte sie durchdie Zauberey verrichtet, die er in Aegypten gelernt habe,vielleicht habe er sie selbst durch den Namen Gottes,Je-hova,diesen unbekannten und unaussprechlichenNamen,der alles thun kann, verrichtet. Jesus Christus ha-be ihn vielleicht, ob man gleich nicht weis, wie, imHeiligthume entdeckt. Vielleicht habe er aber auchdiese Wunder thun können, wenn er einer von denPropheten gewesen, deren betrügerische Wunder nachder Weißagung Mosis das Volk zur Abgötterei) ver-^i?.'^ führen solle» ^. IesnS Christus, der Ueberwinderder Götzenbilder, braucht wegen dieses Vorwurfes nichtgerechtfertigt zu werden, da sein Evangelium die ganzeWelt zur Erkenntniß des einzigen Gottes gebracht hat.Die wahren Propheten haben seine Gottheit nicht mehrgepredigt, als er selbst gethan hat, und das Zeugnißder Juden beweist nur so viel, daß er zur Bestätigungseiner Gesandtschaft Wundergethan habe.
Wenn sie ihm vorwerfen, daß er seine Wunder,vermöge der Zauberkunst gethan habe, so sollten sieerwägen, daß Moses eben dieses Verbrechens beschul-digt worden ist. Das war die alte Meynung der Ae-
gypter,
* l'raÄ. cZe iäololarr. et Lomm. in LccI .
t!e 8abb. c. i-> libr.äs Zenerar. leüi leu lütt. Ie5