Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
419
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in die allgemeine Geschichte. 419

Porphyrius mußte gegen das Ende der Verfolgungen,da ihm die Christen so sehr zusetzten, zugestehen, daßder Opferdienst nicht der höchste Gottesdienst seyn könn-te. Laßt uns sehen, wie weit er seine Ausschweifungentrieb. Dieser erhabne Gott, sagte er, nimmt keinOpfer an; alles, was körperlich ist, ist für ihn un-rein/ und kann ihm nicht dargebracht werden. Selbstdie Worte können nicht bey seinem Dienste gebrauchtwerden, weil die Worte eine körperliche Sache sind;man muß Gott stillschweigend und bloß in Gedankenanbeten; ein andrer Gottesdienst ist einer so erhab-nen Majestät unanständig *.

Gott war also allzugroß, als daß er gelobt werdenkonnte. Das war ein Verbrechen, daß wir das, waswir von seiner Größe denken, s? gut ausdrücken, als wirkönnen. Obgleich das Opfer eine Art ist, unsre tiefeUnterwürfigkeit und unsre Erkenntniß seiner unum-schränkten Herrschaft zu,bezeigen, so gehörte doch sol-ches für Gott nicht. Porphyrius sagt solches aus-drücklich; und was war das anders, als alle Religionabschaffen, und denjenigen ohne Verehrung lassen,den man für den Gott aller Götter erkannte?

Was nützten denn aber alle die Opfer, welchedie Heiden in allen ihren Tempeln darbrach-ten? Porphyrius hat das Geheimniß davon gefun-den. Es giebt, sagte er, unreine, betrügerische, bos-hafte, schädliche Geister, die aus einem unvernünfti-gen Stolze für Götter gehalten werden, und von denMenschen verehrt seyn wollten **. Diese muß manbesänftigen, damit sie uns nicht schaden mögen. Ei-nige waren lustiger und aufgeräumter, als andre, undDd 2 ließen

* ?cirpl,^r. UKr, II, äs alMn.er^uAult.äsclvIr.X.5* korpn^r. Udr. II. äe adKili. ^uZuK. VIII. äs civir. iz.