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[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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421
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in die allgemeine Geschichte. 421

trünmge, war, so wurde er dennoch dadurch Verbsender.Die Heiden selbst erzählen solches *. Wahre o^erfalsche Zaubereyen, derer sich diese Philosophen rühm-ten, ihre übelverstandne Strenge, ihre lacherliche Ent-haltsamkeit, welche so weit gicng, daß sie aus demEssen der Thiere ein Verbrechen machten, ihre abgöt-tischen Reinigungen, ihre Betrachtungen, die sich meiclen Gedanken gleichsam verdunsteten, und ihre Wor-te, die, wenn sie gleich nicht gründlich waren, dennochprächtig zu seyn schienen, hintergiengen die Welt- Dochich sage noch nicht die vornehmste Ursache. Die Hei-ligkeit der christlichen Sitten; die Verachtung der Er-geHlichkeit, die sie besohl, und die den ganzen Grunddes Christenthums ausmachte, beleidigte die Men-schen, und wenn wir das recht einsehen, so werden wirfinden, daß der Hochmuth, die Sinnlichkeit, und dieBegierde zu einem ausschweifenden Leben noch die ein-zigen Stützen der Abgötterey waren.

Die Kirche riß sie täglich mehr und mehr, durchihre Lehre und noch vielmehr durch ihre Gedult, bisauf ihre Wurzeln, aus den Gcmüthern der Menschenheraus. Allein die boshaften Geister, welche niemalsaufhören, die Menschen zu hintergehen, nachdem ihreBosheit sie eben in diese Abgötterey gestürzt hatte, ver-gaßen hier ihre Wut nicht. Sie erweckten die Ketzerey-en, von denen ich die wichtigsten angeführt habe.Neugierige und deswegen eitle und unruhige Menschenwollten sich unter den Christen einen Namen machen,und konnten sich mit der bescheidnen und mäßigenWeisheit nicht begnügen, die der Apostel den Christen Rom.«,;,so sehr empfohlen hatte. Sie wollten zu tief inDd z . die

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