Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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422
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422 Bischof Bossuets Einleitung

die Geheimnisse eindringe», und sie nach unsern schwa-chen Begriffen abmessen. Das waren neue Philoso-phen, welche menschliche Vernunftschlüsse mit demGlauben vermengten, und sich unterstunden^die Schwie-rigkeiten des Christenthum!» zu vermindern, weil siedie Thorheit nicht gan^ vertragen konnten, welche dieWelt dem Evangelio schuld gab. So wurden alsoalle Artikel unsers Glaubens nach und nach, undmit einer gewissen Art von Methode angegriffen; manbestritt die Schöpfung ; das Geseh Mosis, diesenGrund unsers Gesetzes; die Gottheit Jesu Christi;seine Menschwerdung; seine Gnade; seine Sacramen-te; alles gab endlich zu ärgerlichen Spaltungen An-laß. CelsuS und andre warfen solches den Christenvor *. Die Abgötterei) schien zu triumphiren. Siesah das Christenthum als eine neue philosophischeSecte an, welche das Schicksal aller andern Sectcnerführe, und sich, wie andre, in viele verschiedncnPartheyen theilte. Die Kirche schien ihnen nur einMenschenwerk zu seyn, das von sich selbst untergehenwürde, und sich schon zu seinem Falle neigte. Manschloß daraus, daß man in Sachen der Religion nichtmehr nachgrübeln müßte, als unsre Vorfahren, und daßman nicht unternehmen sollte, die Welt umzukehren ^.

Bey dieser Verwirrung der Secten, welche sichchristliche Secten nannten, stund Gott seiner Kirchebey. Er wußte ihr ein so großes Ansehen zu geben,welches alle KeHereyen nicht erhalten konnten. Siewar allgemein; sie begriff alle Jahrhunderte, und brei-tete sich auf allen Seiten aus; sie war apostolisch; dieDauer, die Nachfolge, die Eintracht in der Lehre,, und* OrlZ.IIdr. V. conrr.Lellum.°" Iren. III. i. 2.z. 4.lermll. c!e carn. c. II. 6e xr-e-tcrixt. !v. 11. zz. z6.