Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
432
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4Z2 Bischof Bossuets Einleitung

zu sagen, die ungeachtet ihrer Feindschaft gegen ein-ander einstimmig sind, und die allein die Traditionvon undenklichen Jahren her auf einerley Gedankengebracht hat.

Diejenigen also, welche, obgleich ohne eine einzigeUrsache zu haben, sagen wollen,daß diese Bücher entwe-der verlohren gegangen, oder niemals vorhanden gewe-sen,oder wieder hergestellt, oder vom Esra entweder ganzneu verfertigt, oder verfälscht worden waren, dieseZweifler werden nicht allein durch den Esra selbst wi-derlegt, wie man aus der Folge seiner Geschichte gese-hen hat, sondern auch durch denPentateuchus der Sa-maritaner vom Gegentheile übersührt, so wie er heutezu Tage noch in ihren Handen ist; wie ihn in den er-sten Jahrhunderteil Eusebius von Casarien, Hierony-mus, und andre Kirchengeschichtfthreiber gelesen, unddiese Völker selbst von ihrem Anfange an erhalten ha-ben. Eine so schwache Secte scheint nur darum solange zu dauern, damit sie das Alterthum Mosts bezeu-gen soll.

Die Verfasser der vier evangelischen Geschichten er-halten ein eben so gewisses Zeugniß von den Glaubi-gen,Hciden,und Keßern, die nicht daran zweiftln, daß siedie wirklichen Verfasser sind. Diese große Mengeverschiedner Völker, welche diese göttlichen Bücherangenommen und übersetzt haben, so bald sie verfertigtworden sind,gestehen alle die Zeiten und Verfasser davonzu, die man ihnen zuschreibt. Die Heiden haben dieserTradition nicht widersprochen. Weder Celsus, der dieheiligen Schriften fast in dem ersten Anfange des Chri-stenthums angegriffen hat; noch Julian,derAbtrünnige,der doch alles gewußt, und nichts ausgelassen hat,was ihr Ansehen zu verringern schien, noch ein andrer

Heide