4Z4 Bischof Bossuets Einleitung
müßte. Die Beweise, die sie anführten, waren al-so die Meynungen selbst, die man ihnen streitig mach-te; Meynungen, die so ausschweifend, und so of.fenbar unvernünftig waren, daß man noch nicht be-greifen kann, wie sie einem gesunden Menschenver-stände haben einfallen können.Allein wenn man die Kir-che des Mangels der Redlichkeit wegen anklagen wollte,so hatte man doch gewiß Originale haben müssen, dievon den ihrigen unterschieden gewesen waren, oder manhatte sonst unstreitige Gründe vorbringen sollen ^. Damarl sie und ihre Schüler aufgefordert hat, daß sie docheinig« vorbringen möchten, so sind sie stumm geblieben,und ihr Stillschweigen ist ein untrüglicher Beweis,daß man im andern Jahrhunderte nach Christi (Geburt/wo sie schrieben, nicht eine Spur einer Verfälschung,auch nicht den geringsten gegründeten Argwohn hatte,den man der Tradition der Kirche hätte entgegensetzenkönnen.
Was soll ich von der vortrefflichen Uebereinstim-mung der Bücher heiliger Schrift, und von demherr-lichen Zeugnisse sagen. das die Zeiten des Volkes Got-tes für einander ablegen? Die Zeit des andern Tem-pels seht die Zeiten des ersten zum Voraus, und füh-ren uns auf den König, Salomo , zurück. Der Friedeist nur durch Schlachten erlangt worden, und die Er-oberungen des Volkes Gottes führen uns ganz natür-lich auf die Richter / aus den Josua, undauf den Ab-gang aus Aegypten . Da man ein ganzes Volk auseinem Königreiche ausgehen sieht, wo es fremd war,so erinnert man sich daran, wie es hineingekommenist. So gleich erscheinen uns die zwölf Patriarchen,und ein Volk, das sich allemal, als eine einzige Fami-lie
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