Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
435
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in die allgemeine Geschichte. 435

lie angesehen hat, bringt uns nothwendig auf den Pa-triarchen Abraham zurück, welcher der Stammvaterdavon ist. Dieses Volk war vernünftiger, und derAbgötterei) nicht mehr so sehr ergeben, als es aus derbabylonischen Gefangenschaft wieder kam Das wareine natürliche Wirkung der großen Strafe, die ihmseine vergangnen Fehler zugezogen hatten. Wennsich dieses Volk rühmen kann, verschiedne Jahr-hunderte hindurch Wunder gesehen zu haben, wel-che kein andres Volk erlebt hat, so kann es sich auchrühmen, mit einer solchen Erkenntniß Gottes be-gabt geweseil zu seyn, die keine andre Nation hatte.Was sollen denn die Beschneidung, das Lauberhütten-fest, die Feyerungdeö Osterlammes,und soviel andreFeste anzeigen, die seit einer undenklichen Zeit von die-ser Nation gefeyertworden sind, als daß man alle die-se Dinge in den Büchern Mosis bezeichnet findet?Kann man iemals eine unglaublichere Fabel erden-ken, als diese ist, daß ein Volk sich durch eine beson-dre Religion, und so besondre Gebräuche von andernunterscheidet; daß es eine so erhabne und zusammen-hangende Lehre , als die seinige ist von seinem Anfangean, auf den Glaub?» an die Schöpfung und an dieVorsehung gründet, und unverändert erhalt; daß esdas Andenken einer so langen Reihe nothwendig zu-sammenhangender Begebenheiten, so wohl eingerichte-ter Ceremonien, und so allgemeiner Gebräuche nichtuntergehen läßt, und daß doch eben dieses Volk keineGeschichte, welches dasselbe seinen Ursprung lehrte,und kein Geseh gehabt haben soll, welches ihm seineCeremonien binnen zween tausend Jahren vorge-schrieben/ in welchen es nämlich ein Staat gewesenist? Was kann unglaublicher seyn, als die Fabel,Ee 2 daß