in die allgemeine Geschichte.. 457
Büchcr,alle diese mußte er selbst verfertigen und für au-thentisch ausgeben. Denn es ist in der ganzen jüdischenGeschichte keine einzige Begebenheit, und in allen übri-gen Büchern kein einzigesCapitel,wclches einen einzigenAugenblick so bestehen tonnte, wie wir es haben, wenne6 von Mosis Schriften abgesondert würde. Allesredet darinnen vom Moses; alles gründete sich aufihn, und das mußte wohl so seyn, weil die Geschich-te, die er geschrieben hat, bey dem jüdischen Volke inder That der einzige Grund aller ihrer öffentlichen undhäuslichen Einrichtungen war. Esra hätte in der Thatetwas bewundernswürdiges und ganz neues in derWelt unternommen, wenn er zu gleicher Zeit den Mo-ses und so viele andre Manner von verschiednen Cha-rakteren und in verschiednen Schreibarten reden lassen,so daß sie dennoch immer mit einander einstimmig undsich einander gleich geblieben wären; wenn er das Volkaufeinmal überreden können, das wären die alten Bü-cher, die es beständig verehrt hatte, und die neuen/ diees schreiben sehen, als wenn die Juden niemals hättenvon etwas reden hören, und als wenn alle Kenntnißder gegenwärtigen und der vergangnen Zeit vertilgtworden wäre. Das sind die erstaunlichen Dinge, dieman glauben muß, wenn man die Wunder des All-mächtigen nicht glauben, und das Zeugniß nicht an-nehmen will, nach welchem von einem großen Volkegesagt wird, daß eö mit seinen Augen Gott zugesehenhabe, als er diese Wunder gethan hat.
Allein wenn dieses Volk nach seiner Zurückkunft ausder babylonischen Gefangenschaft in das Land seinerVäter so unerfahren und unwissend war, daß es sichkaum besinnen können, ob es vordem auch einmal ge-wesen wäre; wenn seine Unwissenheit so weit gienge, daß
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