in die allgemeine Geschichte. 455
sich selbst angekündigt, ohne daß er seine Gesandtschaftdurch ein vorläufiges Zeugniß bestätigen können,und weder er, noch seine Anhänger haben sich unter-standen, ein einziges sichtbares Wunder zur Bekräfti-gung seines Vorgebens, daß er ein Gesandter Gotteswäre, anzugeben, oder zu verheißen. Eben so ha-ben die Stifter der Ketzerenen unter den Christen denGlauben wohl erleichtern können, indem sie die Ge-heimnisse geleugnet, welche über die Sinne sind. Siehaben die Menschen wohl durch ihre Beredsamkeit,und durch eine scheinbare Frömmigkeit verblenden, si»durch ihre Leidenschaften bewegen, durch ihren Ei-gennutz fortreißen, und sie entweder durch die Neu-heit, oder eine ungezahmte Freyheit des Ver-standes oder des Herzens und der Sinne an sich lockenkönnen; mit einem Worte, es ist ihnen leichtgewesen,entweder sich oder andre zu betrügen; nichts ist mensch-licher : Allein außer dem, daß sie sich nicht rühmenkönnen, ein einziges öffentliches Wunder gethan zu ha-ben, und daß es nicht in ihrem Vermögen gestandenhat, ihre Religion auf gewisse bekannte Erfolge zugründen, von denen sie selbst Zeugen gewesen sind:So ist noch eine Sache wider sie, die sie niemals ver-bergen können, und das ist ihre Neuheit. Es wirdallezeit den Augen der ganzeil Welt bekannt bleiben,daß diese Ketzer und die Seeten, welche sie gestiftethaben, voi? der großen Gemeine, und von der alten Kir-che abgewichen sind, die JefuS Christus gegründet hat,und wo der heilige Petrus und seine Nachfolger denvornehmsten und ersten Rang behauptet haben. Allediese Secten haben dieselben im Besitze angetroffen.Die Zeit ihrer Trennung wird allezeit so bekannt bleiben,daß die Ketzer selbst sich nicht unterstehen werden, sol-
Ff 4 che