456 Bischof Bossuets Einleitung
che zu leugnen; sie werden sich nicht einmal unterstehen,ihreSecte von der Quelle durch eins niemalsunterbroch-lie Folge herzuleiten. Das ist der unvermeidliche Feh-ler aller Secten, deren Stifter Menschen sind. Keinekann die vorhergehenden Jahrhunderte verändern,noch sich Vorgänger geben, oder sagen, daß sie diesel-ben im Besitze angetroffen habe. Die einzige katho-lische Kirche erfüllt alle vergangnen Jahrhunderte miteiner Fortdauer, die ihr nicht streitig gemacht werdenkann. Das Gesetz geht vor dem Evangelio her; dieFolge der Patriarchen und des Moses auf einandermacht mit der Folge Jesu Christi nur eine einzigeaus; erwartet worden seyn, erscheinen, und von ei-ner Nachkommenschaft, die mit der Welt gleich langedauert, für den Erlöser erkannt werden, das ist derCharakter des Meßlas, an den wir glauben; Er istHel>r.lz,,. Jesus Cbrtstus/gestern und heute, und derselbe. in Ewigkeit.
Außer dem Vortheile, welchen die Kirche Christihat, daß sie sich auf göttliche Wunder gründet, wel-che man öffentlich aufgezeichnet hat, ohne zu fürchten,daß man in den Zeiten, wo sie sich zugetragen haben,Widerspruch finden werde, außer diesem Vortheile,sageich, haben diejenigen, welche nicht darinnen gegen-wärtig gewesen sind, ein beständig fortdauerndes Wun-der ; das ist die Fortdauer der Iieligion, welche be-ständig über die Irrthümer triumphirt hat, welcheversuchen wollen, ob sie dieselbe vernichten könnten»Man kann noch hinzusetzen, daß die Bestrafung derIüden noch nicht aufhört, weil sie den ihren Väternversprochnen Meßias nicht angenommen haben.
Sie erwarten ihn dem ungeachtet noch, und ein TheilihrerStrafe besteht darilmen,daß ihreHoffnung niemals
durch