Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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467
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m die allgemeine Geschichte. 467

dcs Sohnes Gottes, ein Reich, das mitten unteeden Trümmern der andern Reiche besteht, und dieVerheißung der Ewigkeit hat.

Die Gerichte Gottes über das größte Reich un-ter allen Reichen der Welt, nämlich über das-mische, sind uns nicht verborgen geblieben. Rom hatselbst die Hand Gottes empfinden und ist, wie die an-dern, ein Beyspiel seiner Gerechtigkeit geworden. Al-lein es war doch glücklicher, als das Schicksal der an-dern Städte. Nachdem diese Stadt durch ihr Unglückvon den Ueberbleibseln der Abgöttercy gereinigt wordenwar, so besteht sie nunmehr durch das Christenthum,das sie in aller Welt verkündiget.

So haben alle die großen Reiche auf der Weltdurch verschiedne Mittel etwas zum Besten der Religi-on und der Ehre Gottes beytragen müssen, wie solchesGott durch seine Propheten selbst vorherverkündigt hat.

Wenn sie so oft in in ihren Schriften lesen, daßdie Könige mit Haufen in den Schooß der Kirche kom-men, und ihre Beschüßer und Erhalter seyn werden,so erkennen sie an diesen Worten die Kaiser und an-dre christlichen Regenten. Und wie die Könige, ihreVorfahren, durch die Beschützung und Ausbreitungder Kirche Gottes sich vor andern hervorgethan haben,so befürchte ich nicht, sie, Monftigneur, zu versichern,daß sie unter allen Königen diejenigen sind, welche indiesen herrlichen Prophezeyungen am deutlichsten vor«hergesagt worden sind.

Gott also, welcher beschlossen hatte, sich dieser Kö-nigreiche entweder zur Bestrafung, oder zur Prüfung,oder zur Ausbreitung und Beschützung seines Volkeszu bedienen, wollte sich als den Urheber solcher ver-wundernswürdigen Rathschlüsse zu erkennen geben,

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