Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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466
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466 Bischof Bossuets Einleitung

Das Schwerdt der Barbaren verschonte allein dieChristen» Ein andres christliches Rom geht aus derAsche des ersten hervor, und der Sieg Jesu Christi über die römischen Götzen wird erst nach der Über-schwemmung der Barbaren vollendet, und alsdannwerden sie nicht allein zerstört, sondern ganz vergessen.

So haben alle Reiche der Welt zu der Erhaltungder Religion und des Volkes Gottes dienen müssen;daher hat eben derselbe Gott, welcher seine Prophetendie verschiednen Zustande seines Volkes weißagenlassen, auch die Folge der Reiche auf einander durchsie verkündigt. Sie haben die Stellen gesehen, Mon-seigneur, wo Nebucadnezar als derjenige bezeichnetwird, welcher kommen sollte, die hochmüthigen Völ,ker, und vornehmlich das gegen seinen Stifter undank.bare Volk der Juden zu strafen. Sie haben den Cy-rus zwey hundert Jahre vor seiner Geburt, als denje-nigen nennen hören, welcher das jüdische Volk wiederherstellen und den Stolz der Stadt Babel demüthi-gen sollte. Der Untergang der Stadt Ninive ist ebenso deutlich verkündigt worden. Daniel hat in seinenvortrefflichen Gesichten gleichsam in einem Augenblickevor Augen das babylonische, das medische, das per-sische Reich, und das Reich Alexanders und derGriechen vergehen lassen', ehe viele davon nochnicht einmal waren. Die Gotteslästerungen undGrausamkeiten des Antiochus Epiphanes , wie auch dieverwundernswürdigen Siege des Volkes Gottes übereinen so heftigen Verfolger sind auch von ihm vor-hcrverkündigt. Man sieht diese berühmten Reiche einsnach dem andern untergehen, und das neue Reich JesuChristi ist durch seinen eignen Charakter so wohl bezeich-net worden,daß man es nicht verkennen kann.Das ist dasReich der Heiligen des Allerhöchsten; das ist das Reich