Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
469
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in die allgemeine Geschichte. 469

Doch diese Folge der Reiche hat ihren großen Nu-tzen, wenn man sie auch nur menschlich betrachtet, vor«nehmlich für die Mächtigen der Welt, weil der Stolz,ein gewöhnlicher Gefährte einer so erhabnen Würde,durch dieses Schauspiel sehr niedergeschlagen wird«Denn wenn die Menschen sich maßigen lernen, indemsie Könige sterben sehen, wie viel mehr werden sie ge-rührt werden, wenn sie den Tod ganzer Königreicheerblicken, und wo kann man die Lehre von der Eitelkeitder menschlichen Hoheit besser, als hier, kennen lernen?

Wenn sie alfo,Monftignelir,glcichsam in einem Au-genblicke, ich will nicht sagen, Könige und Kaiser, sonderndie großen Reiche, vor denen der Erkreis zitterte, diealten und neuen Assyrier,die Mcder, die Perser, die Grie-chen und die Römer nach und nach untergehen, und,so zu sagen, über einander einstürzen sehen: So lehrtsie diese Zertrümmerung der Reiche, daß unter denMenschen nichts beständiges, und die Ungewißheit

und beständige Abwechslung das Schicksal allermenschlichen Dinge ist.

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dm besondern Ursachen der großen

Veränderungen der Reiche.

as ihnen, Nlonstigneur, dieses große Schau-spiel noch nützlicher und angenehmer machenkann, soll die Betrachtung seyn, die sie nicht allein überdie Aufrichtung und den Fall der Reiche, sondern auchüber die Ursachen ihrer Aufnahme und ihres Verfallsanstellen müssen.

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