Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
502
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5S2 Bischof Bossuets Einleitung

ubr i Monarchie war unstreitig sehr groß, und die

D ^. i! >.,.'Größe der Stadt Ninive , die man noch für größer,-uic. Babylon halt, beweist solches zur Gnüge. Allein»B?ZR. 14/ wie die scharfsinnigsten und richtigsten Geschichtschrei-. ber diese Monarchie nicht so alt vorstellen, als andre^ Z, »-thun, so machen sie dieselbe auch nicht so groß.' Diekleinen Königreiche dauren allzulange, woraus mansie zusammensetzen müßte, wenn sie so alt, und so groß' wäre, als sie der fabelhafte Ctesias, und diejenigen be-ri»t. ä- l-x. schreiben, die ihm auf sein Wort geglaubt haben. Esist wahr, Plato, ein sorgfältiger Beobachter der Al-terthümer, macht das Königreich Troja zu den Zeitendes PriamuS der Herrschaft der Assyrier unter-würfig. Allein man findet im Homer nichts davon,welcher diesen Umstand nicht vergessen haben würde,da er den Vorsatz hatte, die Ehre Griechenlandes zu ver-herrlichen, und man kann glauben, daß die Assyriergegen den Abend wenig bekannt gewesen sind, weil sieein so gelehrter Poet, der alles sorgfältig aufsuchte,was zum Jnnhalte, und zur Zierde seines Gedichtesgehört, nicht darinnen aufführt,vi^ii Unterdessen ist nach der Zeitrechnung, die wir für die" ' ' vernünftigste gehalten haben, die Zeit der Belagerungder Stadt Troja die herrlichste Zeit.der Assyrier, weil siedie Zeit der Eroberungen der Semiramis ist; allein ihreSiege erstreckten sich nur gegen den Morgen. Diejeni-gen, welche ihr am meisten schmeicheln, lassen sie ih-re Waffen gegen diese Seite wenden. Sie hatte anden Anschlagen und Siegen des Ninus allzuviel An-theil, als daß sie den Absichten desselben nicht folgensollen, die übrigens auch für die Lage ihres Reiches diebesten waren. Es ist aber, wie ich glaube, unstreitig, daßdie Absichten des NinuS sich auf den Orient erstreckt

, haben,