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haben, da Jusrinus selbst, der ihm doch am günstig,sten ist, die Unternehmungen desselben, die er gegendie Abendseite unternommen hat, nicht weiter, alb bisan die Grenzen von Lybicn kommen laßt.
Ich weis also nicht mehr, zu welcher Zeit Ninive seine Eroberungen bis nach Troja erstreckt haben sollte,da es nicht glaubwürdig ist, daß Ninus und Semi-ramis dieses unternommen haben. Es haben ja alleihre Nachfolger, von ihrem Sohne Ninias an, ineiner solchen Weichlichkeit gelebt, und haben so we-nig gethan, daß kaum ihr Name bis zu uns gekom-men ist, und man muß darüber erstaunen, daß ihrReich so lange bestehen können. Wie sollte es sichausgebreitet haben?
Die Eroberungen des Sesostris haben die assyrischeMacht gewiß nicht wenig verringert; allein weil sie vonkeiner Dauerwaren, und von seinen Nachfolgern nichtunterstützt wurden, so ist es glaublich,daß die Länder,wel-che er denAssyn'ern weggenommen hatte,natürlicherWei-sc sich bald wieder unter die Herrschast derer begaben, andie sie gewöhnt waren. Dieses Reich also behauptete sichbey einer gewaltigenMacht und in einem großenFrieden,bis Arbaces dieWeichlichkeit seinerKönige entdeckt hatte,die so lange in demInnersten desPallastes verborgen ge-blieben war. Sardanapalus, der wegen seiner nieder-trachtigcnThaten bekannt ist,wurde damals seinenUnter-thanen nicht allein verächtlich, sonder» auch unerträglich.
Sie haben,Monsetgneur,die Königreiche gesehen,welche aus denTrümmern des ersten assyrischen Reiches,und unter andern aus den Trümmern des ninivitischenund babylonischen hervorgegangen sind. DieKönige vonNinive behielten denName der K önige vonAssyrien bey ,und waren die Mächtigsten. Ihr Hochmuth überschrittgar bald alle Grenzen; ihre Eroberungen verführten sieIi 4 dazu,
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