5«4 Bischof Bossuets Elnleitung
dazu, unter welche man die Einnahme des KönigreichesIsrael, oder der Stadt Samaria rechnet. Nur allein dieHand Gottes/ und ein sichtbares Wunder konnte sie ver-hindern, unrer dem Ezechias Judäa ganz niederzuschla-gen, und man konnte die Grenzen ihrer Macht nichtübersehen, als sie kurz daraus in ihrer Nachbarschaftdas Königreich Babylon mit Kriege überzogen, nach-dem die königliche Familie daselbst in Abnehmen ge-kommen war.
Babylon schien dazu bestimmt zu seyn, daß es derx«,.clr.z,4. ganzen Erde Gesetze vorschreiben sollte. Seine Völ-ker waren voll Verstand und Muth. Die Philoso-phie, und die schönen Künste herrschten stets unter ih-nen , und im ganzen Oriente waren keine bessern Sol-daten , als die Chaldaer. Das Alterthum bewundertn«r<-a.i.i. die reichen Erndtcn eines Laiches, dessen Einwohnerin unsern Zeiten dasselbe aus Trägheit nicht bauen.Die alten Könige von Persien sahen es als den drit-ten Theil eines so großen Reiches an. Die Königevon Assyrien blähten sich wegen eines solchen Zuwach-ses auf, der ihr Reich mit einer so reichen Stadt vergrös-serte, und gierigen auf neue Unternehmungen um.Nebucadnezar, der erste, glaubte, daß sein Reich seinerunwürdig wäre, wenn er nicht zugleich die ganze Weltsich unterthänig sähe. Nebucadnezar, der andre,war noch hochmüthiger, als alle vorhergehendenKönige gewesen waren; alle seine Siege hatten einenglücklichen Fortgang; er machte erstaunliche Erobe-rungen, und wollte sich lieber, als einen Gott, anbe-ten lassen, als befehlen. Was für Werke unternahmer nicht in Babylon ! Was für Mauern, was fürThürme, was für Thore! Was war das nicht füreine Schutzwehr, mit welcher er die ganze Stadt um-schloß! Es schien, daß der alte Thurm zu Babel in
der