Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
546
Einzelbild herunterladen
 

546 Bischof Bofsuets Einleitung

Bürger werden, und nachdem sie sich durch ihre gros-sen Eroberungen über das ganze Land zum Meister ge-macht hatten, so drohten sie, alles zu verderben, wennman ihnen ihre Bitte nicht verwilligte. Romhatte weder Armee noch Feldherrn, und dem unge-achtet sah man in diesem traurigen Zustande, da dieStadt alles zu befürchten hatte, die kühne und muthi-ge Verordnung des Senates zum Vorscheine kom-men, daß man lieber umkommen, als dem bewaffnetenFeinde nachgeben, ihm aber billige Bedingungen zu-gestehen wollte, wenn er die Waffen niedergelegt ha-ben würde.

Die Mutter des Coriolan, welche an ihn abge-schickt wurde, um ihn zu erweichen, sagte unter andernzu ihm: Rennest du die Römer mchr^ N>eiftdu nicht, mein Sohn, daß du von ihnen nichts,als durch Vitten,und weder etwas Großes nochGeringes durch Gewalt von ihnen erhaltenvion. n-i. rvirst? Der strenge Coriolan ließ sich überwinden;vu>. ^ kostete ihm aber das Leben, und die Volscier er-wählten sich andre Feldherren. Der Senat bliebdem ungeachtet bey seinen Grundsätzen, und die Ver-ordnung, der Gewalt nichts zu verwilligen, wurdeein Grundgesetz der römischen Politik. Man hatauch kein einziges Exempel, daß die Römer, wennman auch alle Zeltender Republik durchgeht, ein einzig-mal davon abgegangen wären *. Zaghafte Rath-schläge sind bey ihnen selbst in ihren traurigsten Um-ständen nicht einmal angehört worden. Sie ließenleichter mit sich Unterhandlungeil pflegcn,wenn sieUebcr-winder, als wenn sie überwunden waren; so eifrig

wußte

*?ol7d. VII. 56. Lxceri-c. äeleZsr. 6-,. Oion^ NsI.VIII.