Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
573
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in die allgemeine Geschichte. 57z

wurde gezwungen, ihm eigne obrigkeitliche Personenzu geben, welche Tribunen des Volkes hießen,und dasselbe zusammen berufen und ihm wider dieGemalt der Consuln beystehen könnten, indem sie sichihnen entweder widersetzten, oder wider ihr Verfah-ren appellirten.

Diese Tribunen unterhielten, um sich ein Ansehenzu machen, die Uneinigkeit zwischen den beyden Ab-theilungen der Stadt, und hörten nicht auf, demVolke zu schmeicheln, indem sie ihm den Vorschlagthaten, daß die eroberten Länder, oder das Geld,wofür sie verkauft würden, unter die Bürger getheiltwerden sollten.

Der Senat widersetzte sich diesen Gesetzen bestän-dig, welche dem Staate nachtheilig waren, und woll-te haben, daß der Werth der Eroberungen in denöffentlichen Schatz kommen sollte.

Das Volk ließ sich durch seine aufrührerischen Tri-bunen führen, und behielt doch Billigkeit genug, denMuth der großen Männer zu bewundern, die ihnenwiderstunden.

Wider diese innerlichen Uneinigkeiten wußte derSenat kein beßres Mittel, als bestandig Gelegenhei-ten zu fremden auswärtigen Kriegen entstehen zu lastsen. Sie verhinderten dadurch so viel, daß die Unei-nigkeiten nicht aufdas Aeußerste getrieben werden konn-ten, und vereinigten die zwistigen Partheyen zur Be-schützung ihres Vaterlandes.

Unterdessen daß die Kriege glücklich von statten ge-hen, und die Eroberungen sich vermehren, regt sichder Neid wiederum.

Die beyden Partheyen, welche bey diesen Zwistig-keiten ermüden, die dem Sraare mit seinem Unter-gange