Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
574
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574 BischofBossuets Einleitung

gange drohen, werden über Gesetze einig, wodurchdie Ruhe auf beyden Seiten hergestellt, und die Gleich-heit in einer freyen Stadt erhalten werden soll.

Jede von diesen Partheyen eignet sich die Gewaltzu, diese Gesetze zu geben.

Die Eifersucht, welche durch diese Ansprüche ver-mehrt wird, macht, daß man einmüthig eine Gesandt-schaft nach Griechenland zu senden beschließt, die Ver-fassungen der Städte dieses Landes, und vornehmlichdie Verordnungen des Solon aufzusuchen, welche dasVolk am meisten begünstigten. Die Gesetze der zwölfTafeln werden angenommen, und die Zehnmänner,die sie in Ordnung brachten, ihrer Macht beraubt,weil sie dieselbe misbrauchten.

Unterdessen daß alles ruhig zu seyn scheint, undman glauben sollte, daß so billige Gesetze die öffentli-che Ruhe auf ewig hergestellt hatten, werden die Un-einigkeiten durch neue Foderungen des Volkes wie-der angefacht, das nach den Aemtern und nachdemConsulate strebt, das bis Hieher den Familien der Pa-tricier» vorbehalten gewesen war.

Das Gesetz, sie dazu zuzulassen, wird in Vorschlaggebracht. Ehe die Väter des Rathes die Würde desConsulates erniedrigen wollen, willigen sie lieber indie Aufrichtung von drey neuen obrigkeitlichen Wür-den, die unter dem Namen der Kriegstribunen dasAnsehen der Consuln haben sollen, und das Volkwird zu dieser Würde zugelassen.

Es ist zufrieden, sein Recht behauptet zu haben,und bedient sich seines Sieges mit vieler Mäßigung,und fährt eine Zeitlang fort, den Patricien allein dieRegierung zu überlassen.

Nach