Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
575
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in die allgemeine Geschichte. 575

Nach vielen Streitigkeiten kömmt man wieder aufdas Consulat, und nach und nach werden alle Ehren-stcllen den purricien und plebejen gemein, obgleichbey den Wahlen allezeit noch besonders auf die Vor-nehmen gesehen wird.

Die Kriege gehen fort, und die Römer unterwer-fen sich nach fünfhundert Jahren die diesseitigen Gal- ^p?. ?5»f.lier, ihre vornehmsten Feinde, und ganz Italien . °e«

Nunmehr fangen die punischen Kriege an, und dieSachen gehen so weit, daß iedes von diesen eifersüch-tigen Völkern ohne den Untergang des andern nicht sicherzu seyn glaubt.

Rom,das beynahe hätte unterliegen müssen,erhält sichin seinem Unglücke vornehmlich durch die Sündhaftig-keit und Weisheit des Senates.

Endlich besiegt die Gedult der Römer alles;Hannibal wird überwunden, und Carthago vom Sci-pio AfricanuS unter das Joch gebracht.

Das sieghafte Rom erstreckt binnen zweyhun-dert Jahren zu Wasser und zu Lande seine Eroberungenerstaunlich weit, und bringt beynahe den ganzen Erd-kreis unter seine Gewalt.

Um diese Zeit und nach dem Untergange der Re-publik Carthago bewarb man sich um die Aemter,deren Würde und Nutzen immer mehr zunahm,mit einem Eiser, der nicht weit von einer Art vonRaserey entfernt war. Die Hochmüthigen, welchesich darum bewarben, dachten nur, wie sie dem Vol-ke schmeicheln wollten. Die Eintracht zwischen demSenate und dem Volke, welche durch die Beschaffn-gung mit den punischen Kriegen erhalten worden war,wurde mehr als iemals gestört. Die Gracchen brach-ten