Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
576
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576 Bischof Bossuets Einleitung

ten alles in Verwirrung, und ihre aufrührerischen Vor-schläge waren der Anfang zu allen bürgerlichen Krie-gen.

Veil.psrerc. Dazumal fing man an, Waffen zu tragen , und inden Versammlungen des römischen Volkes Gewalt zubrauchen, wo vorher sonst ein ieder durch rechtmäßi-ge Wege und durch die Freyheit der Stimmen dieOberhand behalten wollte.

Die weise Aufführung des Senates, und die Krie-ge, die dazwischen kamen, mäßigten die Streitigkei-ten.

Marius, der aus einer Familie des Volkes ab-stammte, ein großer KricgsmanN/erweckte mit seinersoldatischenBeredtsamkeit, und mit seinenReden, in wel-chen er den Hochmuth des Adels beständig angriff, dieEifersucht des Volkes, und erhub sich dadurch zu dengrößten Würden.

Sylla, ein Patricius, stellte sich an die Spitze derGegcnvarthey, und wurde der Gegenstand der Eifer-sucht des Marius.

Man macht sich Partheyen, und durch die Beste-chung vermag man alles in Rom. Die Liebe zumVaterlande und die Ehrfurcht gegen die Gesetze ver-schwinden.

Zum größten Unglücke lehren die asiatischen Krie-ge die Römer die Schwelgerey, und vermehren ih^ren Geiz.

Um diese Zeiten fingen die Feldherren an, die Solda-ten aufihre Seite zu bringen,die zeither nur den Charak-ter des öffentlichen Ansehens an ihnen verehrt hatten.

Sylla ließ in dem milhridatischen Kriege zu, daßsich seine Soldaten bereicherten, damit sie auf seinerSeite seyn möchten.

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