Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
590
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M Bischof Bossuets Einleitung

gössen hat; es weis >nicht mehr, was es thut;'esistver-lohren. Allein die Menschen mögen sich nur nicht ir-ren ; Gott bringt den verkehrten Sinn wieder zu recht,wenn ihm gefällt, und derjenige, welcher derBlindheit andrer spottete, fallt selbst in die dickstenFinsternisse, ohne daß oft etwas mehr dazu nöthig ist,als ein lang anhaltendes Gluck.

So herrscht Gott über alle Völker. Wir wollenalso weder vom Zufalle noch vom Glücke mehr reden;wir wollen allein davon als von einem Namen sprechen,womit wir unsre Unwissenheit verbergen. Was inBetrachtung ungewisser Rathschläge Zufall ist, ist indem höhern Rathe ein herrlich eingerichtetes Vorha-ben, nämlich in dem ewigen Rathe, der alle Ursachenund alle Wirkungen in einer Ordnung begreift. Aufdiese Weise vereinigt sich alles zu einem Endzwecke,und es kömmt von unsrer Unwissenheit des Ganzenher, wenn wir in besondern Vorfällen Zufall oder Un-ordnung antreffen.

Dadurch wird klar, was der Apostel sagt, wenn er»Tim. s, 15. Gott den allem Seligen, den allein Gewaltigen,den Röntg aller Zxöntge, und den Herrn allerHerren nennt. Er ist selig, weil seine Ruhe un-veränderlich ist, weil er alles verändert werden sieht,ohne selbst Veränderung zu leiden, und weil er alleVeränderungen durch seinen unbeweglichen Rath-schluß schafft. Mächtig ist er, weil er die Gewaltgiebt und nimmt, wem er. will, weil er sie von einemMenschen auf den andern, von einem Haufe auf dasandre, von einem Volke auf das andre, sozusagen,überträgt, um zu zeigen, daß sie sie alle nur alsgeliehen besitzen, und daß er allein derjenige ist, wosie ihren natürlichen und eigentlichen Sitz hat.

Daher