in die allgemeine Geschichte. 591
Daher kömmt es, daß alle Beherrscher wohl em-pfinden, daß sie einer höhern Macht unterworfen find.Sie thun mehr oder weniger, als sie denken, und ihreRathschläge haben allezeit einige unvermuthete Erfol-ge. Sie haben über die Verfassungen keine Gewalt,worein die vergangnen Zeiten ihre Angelegenheitengebracht haben; sie können auch nicht wissen, was siein Zukunft für einen lauf nehmen werden, weir ge-fehlt, daß sie solches zwingen könnten. Gott allemhält alles in seiner Hand, er weis den Namen desje-nigen,wa6 ist,und desjenigen,wäs noch nicht ist; er gebie-tet über alle Zeiten und kömmt allen Anschlagen zuvcr.
Alexander glaubte nicht für seine Feldherren zuarbeiten, und seinem Hause durch seine Eroberun-gen den Untergang zuzuziehen. Als Brutus in denHerzen der Römer die große Liebe zur Freyheit er-weckte, so dachte er nicht, daß er in ihren Gemüthernden Grund zu der unbändigen Frechheit legte, durchwelche die Tyrannei), die er zernichten wollte, einmalwiederhergestellt werden, und unerträglicher, als un-ter den Tarquinen seyn sollte. Als die Casarn denSoldaten schmeichelten, so glaubten sie nicht, daß siesie dadurch zu Herren über ihre Nachkommen undNachfolger im Reiche Machen würden. Mit einemWorte, es ist keine menschliche Macht, weiche nichtwider ihren Willen andre Anschläge, als die ihrigensind, befördern muß. Gott weis alles nach seinem Willenzu rücken. Darum seht uns alles in Erstaunen,wenn mannur die besondern Ursachen erwagt, und dennoch geh!alles in einer ordentlichen Folge fort.Diese Einleitungzeigt ihnen dieses, und sie sehen, von andernReichcnnicht zu reden, durch wie viele unvermuthete Rath-schläge, die aber allezeit zusammenhangen, das Scbick-