622 Anhang einiger hiftorisch-critischm
daß einmal Abgeordnete von ihm zugegen sind^ Wenngleich alle ihre Beschießungen zu dem Besten seinesReiches abgesehen sind, so wird er doch ihre Kühnheitbestrafen. Der römische Bischof, den man zu ei-nem geistlichen Monarchen macht, leidet diese Kühn-heit. Die Vertheidiger seiner Hoheit empfinden wohl,wie sehr diese andre Kirchcnversammlung das Ansehenihres Hauptes schwache- Sie erdichten also einen Le-gaten des Damasus. Der Bischof von Thessalonich ,Acholius, soll seine Stelle vertreten haben. Man grün-det diese Erdichtung auf einen Brief des Damasusan ihn, worinnen er ihn bittet, dafür zu sorgen, daßein rechtgläubiger Bischof zu Constantinopcl möchte er-wählt werden. Man kann diese Erdichtung mit dreyAnmerkungen umstoßen. Es war die Gewohnheitnicht, daß sich der Bischof in Rom durch morgenlän-dische Bischöfe vorstellen ließ, und diese kannten ihreVorzüge allzuwohl, als daß sie ein solches Amt auf sichnehmen sollen; sondern er sandte allezeit einige von seinenPriestern. Acholius kam nicht freywillig zu dieser Kir-chenversammlung; wenn er ein Legat des römischenBischofes war, so war das kein Beweis der Unter-würfigkeit gegen ihn, daß er seine Befehle so ungernverrichtete. Endlich kann man nicht sagen, daß Acho-lius ein Legat des Pabstes wird, weil er an ihn schreibt;sonst würde er sechs Legaten bey dieser Versammlunggehabt haben; denn er schrieb noch an fünf andre ebendas, was er an ihn schrieb. Und wenn wir ihm die-sen Legaten gaben, so würde doch seine Hoheit nichtgrößer. Denn Acholius präsidirte nicht, sondern un-terschrieb sich nur als Bischof von Thessalonich *.
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* L2glu^ zpud ^larc. 6e t^onc. 6>c> Lc !mp. I. 5. c.2r.rom > II. p. -5. Lz/n»z.IiiK. äsI'LZU5. rom.I. x.