Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
621
Einzelbild herunterladen
 

Abhandlungen. 621

fe untersuchten den Irrthum des Macedonius und setz-ten ihn ab. Die Verdienste des heiligen GrcgoriusNazianzenus leuchteten allen so sehr in die Augen, daßman ihn zum Patriarchen würde erwählt haben , wenndie ägyptischen Bischöfe seiner Wahl nicht entgegengewesen wären. Allein er war selbst allzugroßmüthig,als daß er einer Würde wegen die Eintracht der Bi-schöfe hätte stören sollen. Er ermähnte also die Ver-sammlung selbst, ihre Augen auf einen andern wür-digen Mann zu richten. Nectarius wurde daraufmit einem allgemeinen Beyfalle erwählt, und einigeandre morgenländische Bischöfe in ihrer Würde be-stätigt. Gregorius, der Bischof von Nyssa, machte dasGlaubensbekenntniß, welches von allen Rechtgläubi-gen unterzeichnet wurde.

Die Geschichtschreiber sind nicht mit einander einig,wem sie den Vorsitz zueignen sollen. Einige ge-ben ihn dem Bischöfe von Alexandrien, Timotheus ,und dem Cyrillus, Bischöfe von Jerusalem*. Pho-tius und Gregorius Nazianzenus geben diese Würdedem Meletius, einem ehrwürdigen und verdienten Pa-triarchen von Antiochien **. Es hindert uns abernichts, sie alle drey an dieser Ehre Theil nehmen zulassen.

Der römische Bischof war bey dieser allgemeinenVersammlung weder in Person noch in seinen Legatenzugegen. Gleichwohl sahen sich die gegenwärtigen Bi-schöfe nicht als Glieder an, denen ihr Haupt fehlte.Ein Monarch wird nicht so ruhig seyn, wenn sich sei-ne Unterthanen ohne seinen Befehl versammeln, ohne

daß

* Concil. tc>m. II. p. 974.

l-reZor. Xaxizn?. in carm. 6e vlr, lu» v. 114. Lre-xon. I^ss. äs IVlelet.x.ioiA'. ivz,.