Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
620
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62O Anhang einiger hiftorisch-critischen

voll den Semiarianern, welche unserm Heilande ei-ne gewisse Art von Gottheit einräumten, die derGottheit des Vaters ähnlich seyn solle, ohne ihrvöllig gleich zu seyn. Weil ein Irrthum den andernerzcuqt, wenn gleich sein erster Erfinder nicht alle sei-ne Folgen behauptet, so fing Macedonius an, ausder eiteln Begierde, selbst das Haupt einer Parthey zuwerden, auch die Gottheit des Heiligen Geistes zu leug-nen. Seine Ketzercy war nichts, als der arianische Irr-thum in sciilem ganzen Umfange; gleichwohl ward derAnhang des MacedoniuS als eine neue Secteangeschen*. Er fand so viele Vertheidiger seinerIrrthümer, daß ihre Ausbreitung durch Provincial-versammlungen der Bischöfe nicht verhindert werdenkonnte. Wie unglücklich war dazumal die Kirche, daßeine iede Folge eines alten und oft überwundnen Irr,thums, der sein Haupt nur in andern Gestalten wiederzu erheben suchte, durch so große und allgemeine Ver-sammlungen unterdrückt und verdammt werden muß-te!

Theodosius , welcher den Frieden in der Kirche imErnste wünschte, den Constantin,der Große, nur zumScheine befördert hatte, berief also eine allgemeineVersammlung der Bischöfe zu Constantinopel. Die-ses ist unstreitig; alle Kirchengeschichtschreiber, So-kratcs, TheodoretuS , und Sozomenus sind darinnenübereinstimmig ^. Auf solche Weife hatte der Bi-schof zu Rom, welcher damals Damasus war, wie-der keinen Antheil daran. Die versammelten Bischö-fe

* ^rdanas vial. -ulvertl?V5ace6. üocrzr. Udr. II, c> 42.4z.8ocr. Ubr. 5. c. 8. Lo?om. 1.7. c. 7. H>,cr. Lonc. ttarä.rom. II. 1?. 946.