Abhandlungen. 619
gemeinschaftlich die Beschuldigungen und Vorwürfezu untersuchen, welche dein AthanasiuS gemacht wur-den. Wenn Julius sich für unfehlbar gehalten hat,warum berief er seine Bischöfe ? Arhanasius wurdefür unschuldig erklärt, und Julius, welcher die mor»gi'nlandischen^ Bischöffe vergebens zu dieser Zusam-menkunft eingeladen hatte, schrieb seinetwegen an sie.Allein sie widersetzten sich seinem Decrete, und siewaren dazu berechtigt, ob sie gleich in derSachelelbst,wo sie ihr Recht wider ihn behaupteten, Unrechthatten. Julius gedenkt in seinem Schreiben an siean keine Hoheit; er rechtfertigt sich, und bitter sie nur.Sie sagen ihm in ihrem Schreiben ausdrücklich, daßer nicht berechtigt wäre, die Bischöfe wieder einzu-sehen, denen sie einmal einstimmig ihre Würdeabgesprochen hatten, so wenig man sich vorzeiten imOriente dawidergcsetzt hätte, als NovatuS von derGemeinschaft der römischen Kirche ausgeschlossen wor-den ware^.
Der römische Bischof, Sylvester, und Juliushatten also weder bey der allgemeinen nicanischcnKirchenversammlung, noch unter den damaligen Bi-schöfen das Ansehen und die Hoheit, die ihnen zuge-eignet wird. Sie ist eben so wenig bey der andernallgemeinen Zusammenkunft der Bischöfe erkanntund geachtet worden.
Macedonius, Patriarch zu Constantinopcl, warerst ein völliger Arianer, und wurde aus Furcht, dieRechtgläubigen allzusehr wider sich zu reizen, einer
von
* Arlisn. sxc>I. II. 8ocrsr. übr. II. c. n.