6iF Anhang einiger hiftorisch-critischen
dieses Richerius, der selbst ein Catholik ist, offenherzigbekennt*, und ihr Bischof hatte vor andern großenBischöfen keinen größern Vorzug, als die Würdenin großen Städten vor Würden in nicht so großenStädten haben. Einer unter den Bischöfen mußtefreylich dem Range nach der Erste seyn, und wennalle Bischöfe des Reiches einmal zusammen gegenwär-tig gewesen wären, so hatte der römische den ersteilSitz gehabt, weil Rom die vornehmste Stadt im Rei-che war.
So groß das Ansehen der nicanischen Kirchenver-sammlung war, so wurde sie doch nicht für unfehlbargehalten, und die arianischen Bischöfe widersetztensich ihren Aussprüchen erst heimlich, und nachdemsie den Kaiser gewonnen hatten, öffentlich und ungc--schcut. Es wurde eine Versammlung über die an-dre von ihnen gehalten, in welchen die Arianer wie-der zur Gemeinschaft ihrer Kirchen zugelassen wurden.Athanasius, welcher vornehmlich in Nicäa die Gott-heit unsers Erlösers vertheidigt hatte, war unter al-len Vertheidigern dieser Wahrheit besonders ein Ge-genstand ihrer Verfolgung, und sie setzten ihn in ei-ner Versammlung zu Antiochien von seinem Bischof-rhume ab. Da fast der ganze Orient arianisch war,und er also bey den morgenländischen Bischöfen kei-ne Zuflucht finden konnte, so floh er nach Italien ,wo ihn der römische Bischof, Julius, zu der Ge-meinschaft seiner Kirche zuließ. Er berief auch dieBischöfe, welche unter ihm stunden, um mit ihnen
gemein-
* Kicker. 5M. Lonci!. vnlvers Ubr. I. c.N. §. XVI.x. 65.