Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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617
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Abhandlungen. 617

walt über die andern Bischöfe gab, und derjenige, derden Vorsitz hatte, und alle Bischöfe mußten e6leiden, daß Paphnutius allen widersprach und Rechtbehielte, als er behauptete, daß die Priesterehe nichtohne Einschränkung untersagt werden müßte. Deneigentlichen Vorsitz hatte Constantin , der Große,selbst. Denn er hörte ihnen gedultig und aufmerk-sam zu, stund bald dieser, bald jener Parthey bey , ver-einigte sie durch seine Sanftmuth und Gnade nach undnach wieder, wenn der Streit allzuheftig wurde, über-redete diese, besänftigte jene, und nachdem er sie zueinmüthigen Meynungen gebracht hatte, bekräftigteer ihre Aussprüche mit seinem Ansehen*. Diese all-gemeine Kirchenversammlung, welche von der ganzenKirche angenommen worden ist, machte unter ihrenandern Verordnungen wegen der Kirchenzncht eine, wel-che der Hoheit und dem Ansehen der römischen Bischöfeganz entgegen ist. Es wird nämlich im sechsten Ca-non festgesetzt, daß die alcxandrinischen und antiochcni-schcn Patriarchen mit dem römischen eine gleicheMacht haben sollen**. Dreyhundert und achtzehnBischöfe waren entweder so unwissend, oder so rebel-lisch, daß sie die allgemeine Hoheit des apostolischenStuhles über die andern bischöflichen Sitze nichterkannten, und die Legaten des römischen Bischofeswaren entweder eben so unwissend, oder so zaghaft,daß sie sich diesem Eingriffe in die Rechte ihres Bi-schofes nicht widersetzten. Doch sie waren beydes nicht;denn die Kirche in Rom war die allgemeine nicht, wie

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* Luled. UKr. I. VIr. ConK. c. iz.8ocrsr. 1U,r. I. c. 8,l'Keoäor. libr. I. c. 7.

I^aräuin. Loncil. rom. I. col. 4Zl.