Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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624
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624 Anhang einiger historisch-critischen

sen, daß der Patriarch zu Constantinopcl den erstenRang nach dem römischen Bischöfe haben sollte, weilConstanrinope! das neue -Z^om wäre. Es istaus dem Gegensatze klar, daß der römische Bischofden ersten Rang in der Kirche hatte, nicht weil er alsPetri Nachfolger das Haupt der Kirche seyn mußte,sondern weil sein Siy das alte Rom war.

Es fing schon an bey dieser Kirchenversammlnngso unordentlich zuzugehen, daß diese allgemeinen Zu-sammenkünfte der Kirche das Ansehen nicht haben konn-ten, welches sie würden erhalten haben, wenn sich dieversammelten Bischöfe ihrer Würde gemäß bezeigt,und sich der Sache der Religion allein aus Unparthey-lichkeit und aus einer unverderbten liebe zur Wahrheitangenommen hatten. Die Leidenschaften fingen an,sich in diese Versammlungen zu mengen, und es warein Glück für die Religion, daß sie ihren Vortheil da-bey fanden, aufder Seite der Wahrheit ;u seyn. Sounvollkommen ist alles, woran die Menschen Antheilnehmen! Die Bischöfe waren Menschen, und ihreVerordnungen waren daher sehr oft menschlich. Gre-gorius NazianzcnuS macht von dieser constantinopoli-tanischcn Versammlung eben keine vortheilhafte Abbil-dung, und die Vergleichungen, die er braucht, erhe-ben ihre Ehre nicht ^. Die nachfolgenden Kirchen-Versammlungen würden immer noch weniger Ehreverdient haben, wenn ihre Aussprüche nicht noch alle-zeit mit den heiligen Büchern unsers Glaubens über-eingekommen wären.

Man fing im fünften Jahrhunderte an, die Mär-tyrer und Heiligen, und vornehmlich die Jungfrau Ma-ria mit einem Eifer zu verehren, der vielleicht bey

den

* LreLor.5s»Hime.m c»rm. ils vic. tu» »6.-7.