Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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Abhandlungen. 625

den meisten unschuldig, doch aber so groß war, daßer übel verstanden werden konnte. Nestorius , einPatriarch zu Constantinopel, wollte nicht zugeben, daßman sie eine Mutter Gottes nannte, eine Benennung/welche in ihrer gehörigen Bestimmung richtig war»Er redete öffentlich dawider, und dieses machte ihmdie Mönche zu Feinden. Nestorius stund im Anfan-ge an den Grenzen der Wahrheit; ein Schritt, den erweiter that, verführte ihn zum Irrthume, und er thakdiesen gefahrlichen Schritt, da er sich mit Hitze ver-theidigte. Er hatte heftige Gegner, und es konntealso nicht fehlen, daß ihm alle Keßcrsyen, die vor ihmcmsianden waren,und die er selbst verdammte,beygemes-sen wurden. Man beschuldigte ihn, daß er die Irr-thümer des Photinus und des Paulus von Samo-sata erneuerte, und die Gottheit unsers Erlösersselbst leugnete, da er doch ein heftiger Feind der Aria-ncr war *. Nestorius hat unter den Neuern Ver-theidiger gefunden ^.

Cyrillus, Bischof zu Alerandrien, welcher mit demNestorius einige persönliche Streitigkeiten hatte, wur-de von den Meynungen dieses Patriarchen unterrich-tet, und ermähnte ihn sogleich, seine Irrthümer fah-ren zu lassen. Nestorius war von der Uupartheylich-kcit und Ucberlegung des Cyrillus allzuwenig überzeugt,als daß er ihm hatte hierinnen Recht geben sollen. Erschrieb an den römischen Bifchof, Cölestin , um sich zurechtfertigen. Cyrillus that ein gleiches, ohne ihnfür den obersten Richter zu erkennen. Theils die Ge-wohnheit, wie er in feinem Briefe ausdrücklich sagt,

welche

* Locrar. libr. 7. tliir. Hccl, c.z2. (Ärmer äiss. I. äs tiser.t<elr, l^sr, IVlerczr, r.2. c, 1. I.iKer, I^oviüi'. c 6.

'* S.LaplensWörterbuch unter demArtikchNesiomis.Rr