626 Anhang einiger historisch-critischen
welche die Bischöfe gegen einander beobachteten, daßsie einer den andern von dem Zustande ihrer Kirche un-terrichteten; theils die Furcht, daß ihm Nestoriuö zu-vorgekommen seyn, und dem römischen Bischöfe fal-sche Vorstellungen beygebracht haben möchte, diesebeyden Ursachen bewegten ihn, an den Cölestin zuschreiben *.
Der Pabst, Cölesti«, schloß den Nestoriuö vonseiner Gemeinschaft aus, und ermähnte den Cyrilluö,ein gleiches zu thun. Dieser Bischof war von Naturallzuhitzig, als daß diese Ermahnungen hätten wieder-holt werden müssen. Er berief in Alerandrien seineBischösse; Nestorius und seine Lehren wurden ver-dammt, und er selbst wurde der bischöflichen Würde ent-setzt. Allein weder der Bann des römischen Bischo-fes, noch der Bann des Cyrilluö schreckten den Nesto-rius, und er that, was sie thaten. Er, und die Mönche,die ihn verfolgten, wendeten sich an den Kaiser, undersuchten ihn um eine allgemeine Kirchcnversammlung.Cölestin sagt dieses in seinem Schreiben an den Thcodo-sius ausdrücklich^. Der Kaiser willigte in das Ver-langen des Nestorius , und die Bischöfe versammeltensich zu Ephesus . Wozu war eine solche Versamm-lung nöthig, wenn die Hoheit des Pabstes allgemein,und seine Aussprüche unfehlbar waren?
Der Eifer des Cyrilluö für die Wahrheit und fürseine eigne Person war so groß geworden, daß er dieAnkunft der Bischöfe nicht erwarten konnte. Die Le-gaten des römischen Bischofes, die Bischöfe aus Si-cilien und Sardinien , der Patriarch von Anciochien,und seine Bischöse waren noch nicht angekommen, al6
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