Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
627
Einzelbild herunterladen
 

Abhandlungen. 627

er schon die Versammlung eröffnete. Ein solches eil-fertiges Verfahren konnte nicht gebilligt werden; Can-didian, welchen der Kaiser abgeschickt hatte, die Ord-nung und Eintracht unter den Bischöfen zu erhalten,beschwerte sich darüber; acht und sechzig BischöfetrenmenM) von derVersammlung und protestirten dage-gen. Ihre Protestation ist bis auf uns erhalten worden *.Alles dieses mäßigte die Hitze des Cyrillus nicht. DerAnfang war eilfertig; die Fortsetzung war noch eilfer-tiger. In einem Tage wurden die Meynungen desNestorius untersucht; man-erklärte das Schreiben desCyrillus für rechtgläubig, und an eben dem Tage ver-dammte man den Nestorius, und setzte ihn von seinemBischofthume ab. Nestorius setzte sich dagegen; erführte sich so großmüthig auf, als sich nur ein Mannaufführen konnte, welchem man nicht allein seine Wür-de nahm, sondern den größten Ketzern gleich schätzte»Er wollte, wie er versicherte, sich gern den Aussprü-chcn der Versammlung unterwerfen, wenn man nurdie Ankunft der übrigen Bischöfe erwarten wollte; erwollte nur von allen gerichtet seyn. Was war billiger?Dem ungeachtet wurde er verdammt, und den folgendenTag schickte man ihm ein Schreiben, mit der Aufschrift:An den neuen ^tudas zu, worinnen ihm seine Ver-dammung und Absetzung berichtet wurde. Cyrillus abererhielt nebst dem Cölestin, den großen Namen einesneuen Paulus.

Endlich kam Johannes, der Bischof von Antio-chien an; er vereinigte sich mir den Bischöfen, welcheprotestirt hatten, verdammte das allzueilfertige Ver-fahren des Cyrillus, und setzte ihn ab. Candidian be-schwerte sich mit ihm zugleich bey dem Kaiser, welcher

Rr 2 der* sxiii. ?»rr. LoveU. Lxliöf,«. 7.'