Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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Seite
628
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628 Anhang einiger historisch - critischen

der Versammlung so lange einen Stillstand gebot", biser neue Abgeordnete würde gesandt haben, welche al-les untersuchen sollten. Nestorius hatte den Comes,Irenäus , aus seiner Seite, welcher eben so heftigwider seine Gegner eiferte, als sie ihn verfolgten,und den Kaiser beynahe bewogen hatte, seinenFreund für unschuldig zu erklären, und die Absetzungdes Cyrillus zu billigen. Allein Cyrillus hatte einenLeibarzt des TheodosiuS auf seiner Seite; man warfihm vor, daß er das Geld zum Beystande genommenhatte, die Wahrheit zu vertheidigen. AcaciuS vonBorea beschuldigte ihn öffentlich, er hatte einen Ver-schnittnen des Kaisers mit Geschenken gewonnen, da-mit er ihm den Kaiser gewinnen sollte ^. Endlichwilligte der Kaiser in die Absetzung und Verdammungdes Nestorius, um nur den Unruhen ein Ende zu mache«?.Allein die Uneinigkeit zwischen dem Cyrillus und demJohannes von Antiochien dauerte beständig fort, bisihnen der Kaiser anbefahl, sich mit einander auszu-söhnen.

Die Griechen geben wieder verschiednen Bischöfenden Vorsitz bey dieser Versammlung; einige ge-ben ihn dem Memnon, dem Bischöfe von EphesuS ,andre dem Iuvenalis, dem Patriarchen von Jerusa-lem, die meisteil aber dem Cyrillus. Er präsidirceim eigentlichsten Verstände; allein er hatte diese Ehredem Kaiser zu danken, und da er sich dieser Gewaltzu mißbrauchen schien, so widersetzten sich ihm sowohldie Bischöfe als die Abgeordneten des Kaisers.

Man kann hier vcrschiedne Anmerkungen machen,welche nicht für die Hoheit des römischen Bischofes

sind.

* I.uvu5V2i-. ?Arr. ep. Lvncil.UpIie^ c. 41.