Abhandlungen. 629
sind. Cyrillus eröffnete die Versammlung, ehe nochCölestins Legaten angekommen waren. War dasein Beweis der Ehrfurcht gegen das Haupt derKirche? Als die Legaten bey der andern Seßion an-kamen, so beschwerten sie sich über die Eilfertigkeitdes Cyrillus nicht. Konnten sie sein Verfahren soleicht vergeben, wenn es ein Verbrechen wider denapostolischen Sitz in Rom war? Als sich Candidianund einige Bischöfe über die Unordnung bey der Vcr»lammlung beklagten, so gebot der Kaiser derselben solange einen Stillstand, bis neue Abgeordnete ihr Ver-fahren untersucht haben würden. Ein neuer Eingriffin dxe Rechte des Pabstes, wenn er einige hatte! DerKaiser wollte das noch einmal untersuchen lassen, wasCyrillus und mit ihm die Legaten des Pabstes schonentschieden hatten. Das war ein Unternehmen, dasein Anathema verdiente; allein dazumal waren diePabstc gelinder, als in den nachfolgenden Jahrhun-derten, wo sie für viel kleinere Versehen Kaiser undKönige absetzten.
Einige unter den römischeil Lehrern empfinden allesdieses; die Ehre ihres Bischofes ist ihnen aber allzu-lieb, als daß sie dieselbe nicht aus alle Weise zu rettensuchen sollteil. Sie geben also vor, Cyrillus hatte dieStelle des Pabstes vertreten, und beweisen solches da-mit, daß Cölestin vorher an den Cyrill geschriebenhat. Warum findet man aber in diesen Briefenkein Wort, womit er ihm beföhle, seine Person bender Kircheiwersammlung vorzustellen? Warum schick-te er Legaten? Sie übergaben das Schreiben ihresBischofes; sie nahmen die Complimcnte für ihn an,und ließen sich das vorlesen, was schon vorgegangen
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