Abhandlungen. 645
der Gerechten , als das Geschlecht derer, dieden Herrn, und das Angesicht des Bräutigamssuchend
Man mag also die Kirche im einen oder andernVerstände annehmen, so kann man sagen, daß außerihrer Gemeinschaft keine Seligkeit zu hoffen sey. Manmuß von den Wahrheiten, welche die Christen be-kennen, unterrichtet seyn, wenn man an den Gütern,die ihnen versprochen sind, Theil nehmen will; manmuß noch mehr thun, man muß sie bekennen, undseine Handlungen nach seinem Bekenntnisse einrichten.Das heißt aber nicht,diejenigen,welche nicht im Schoos-se der Kirche sind, eigenmächtig verdammen, und sichdem Richter der Welt an die Seite setzen. Die Kir-che überläßt die Irrgläubigen dem göttlichen Gerich-te, wenn sie ihrer mitleidigen Stimme nicht fol-gen und sich nicht zu ihr versammeln wollen. Allein dasie nicht an dem Leibe Christi Glieder sind, wie kannman hoffen, daß sie an der Herrlichkeit seiner GliederTheil nehmen werden?
Die Väter der ersten Kirche brauchten von derKirche verschiedne Ausdrücke und Namen, welche sichalle auf die gegebnen Erklärungen gründen. Siesagten, daß die wahre Kirche als ein einziger Körperanzusehen wäre. Sie hat nur ein Haupt: Die ganzeallgemeine heilige Rirche, sagt Grcgorius, batnur ein Haupt und macht nur einen Leib aus;Christus ist mir der ganzen Rirche, sowohlmit der, die noch auf der Erde streitet, als mitder, welche schon rriumphirr, und mit ihmherrscht, gleichsam nur als eine Person anzu-sehen Sie hat ferner nur einen Heiligen Geist:S 6 z N?ie
* Lregor. in ?5slm. ?nnlr.