Abhandlungen. 661
„alt, in Betrachtung, daß wir rechtgläubige Chri-„sten sind. Die Reformation ist etwas Zufälliges bey„der Kirche, das in ihrem Wesen keine Verände-rung macht. Das Wesen der wahren Kirche ist der„wahre Glaube und die wahre Anbetung Gottes. Dar-auf beruht die Seligkeit. Wo wart ihr, sagt man zu„uns, vor dem Calvin und Luther? Wir waren, sagen„wir, in einer Gesellschaft, in welcher die Juden zu„den Zeiten Christi waren; wir waren an einem Orte,„wo mal' sich nicht verweilen durste, wenn man sicher„seyn wollte.
„Vergeben sie mir, mein Herr, noch ein Wort,„das ich nicht sage, um zwischen ihnen und den Arianern,„den Feinden der Gottheit Christi, eine verhaßte Ver-„gleichung anzustellen; Gott bewahre mich vor einem„solchen Gedanken; ich will sie nicht beleidigen, ich will,,mich nur deutlicher erklaren. Sie wissen, daß das rö-mische Reich beynaheganz arianisch war. Die Arianee„wollten Katholiken heißen, und nahmen es für eine Be-schimpfung aii/wenn man sie Arianer nannte; sie nann-„tenvielmehrdieRechtglaubigcnAbtrünnigeundKctzer,„indem sie dieselben Arhanastaner, Eustathmner/„Lucifcrianer nach den Namen der Bischöfe nannten,„welche die Wahrheit muthig vertheidigt hatten. Hätte„man darum wohl mit Rechte zu den Rechtgläubigen„sagen können: Ihr seyd ganz neu; wo wart ihr vor„dem Athanasius, dem Eustathius, und dem Lucifer von„Caillari, sowie manzu uns sagt: wo wart ihr vor Lu-„thern, vor dem Calvin und Zwinglius?,,
Ich habe nichts mehr zu sagen, als daß ich Dossvetseigne Worte anführe, welche mich veranlaßt ha-ben, diese langen Stellen zu übersetzen. Ich überlas-se es meinen Lesern selbst Anmerkungen über beydeTt z Stellen