66o Anhang einiger historisch-critischen
„könnte, so müßte man es in den alten Grabschriften„derChristen suchen.Sie sind in denAlterthümern erfah-„ren,mein Herr, und ich möchte also sehr gern von ihnen„lernen,woher es kömmt, daß. man in den alten Grab-„schriften das Bittet für ihn, und das Kecnnelcgr in„psce vor dem achten und neunten Jahrhunderte nicht„findet, welches man so oft in den neuern Grabschriften«antrifft, daß man aber mit der Anzeige von dem Tage„ihreS Todes nur das dbür in puce, cicpoiuus eK i» s>A<,,ce» c^uieicic in j?sce, obiirin iomnium p-iciz, rece»„PM8 eK spuä veum, in den alten Aufschriften liest?,,
„Kann nicht dieses alles zum wenigsten einen Ken-„ner der Alterthümer auf den Verdacht bringen, daß„es sehr viel Neues in der Kirche giebt, welche sich„für so alt halt? Denn wenn man vom Alrer redet, so„ist die Rede nicht von einem Alter von vier bis fünf„Jahrhunderten, sondern von dem ersten lind noch„reinem Alterthume der Kirche. Sie können sich also„nur in denjenigen wesentlichen Stücken der Religion„des Alterthumes rühmen, morinnen sie mit uns über-einstimmen.
„Erlauben sie mir, mein Herr, das noch hinzuzufe-„ßen, was einer von unsern Predigern, Herr Hespe -,,rien, gesagt hat. Die Papisten sind alt, sagen sie; ich„raumeeS ein,und wir sind in gewissen Stocken neu.Die„ganze abendlandische Kirche war ein kranker Körper;„wir sind durch die Gnade Gottes gesund geworden;„darinnen sind wir neu; sie bleiben noch krank, das Ha-uben sie noch von alten Zeiten her, welches desto ge-fährlicher ist, weil gemeiniglich alle eingewurzelte„Krankheiten aufden Tod hinauslaufen. Wir sind in„Betrachtung der Kirchenverbesserung neu, wie ein„Körper neu ist, wenn er gesund wird; allein wir sind
»alt,