Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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694
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694 Anh. einiger Worisch-critischen Abh.

ist/ läßt uns, Frauen, Jungfrauen und Nonnen sehen,deren Tugend er selbst in den Kirchen bekriegt hat.Das sey fern von uns, daß wir die Laster derjenigen,welche in den vergangnen Jahrhunderten ihren apo-stolischen Sitz entweiht haben, der itzigen römischenKirche aufbürden wollten! Unsre Religion lehrt Un6unsre Feinde l'eben; warum sollten wir diejenigennicht lieben, die Christum bekennen? Es geschiehtalsomchtin der Absicht, sie zu beleidigen, daß man siein die verflossnen Jahrhunderte zurücksehen heißt; manwill ihnen nur zeigen, daß ihre Kirche das Ansehennicht hat, den Verstand, der von lTlarur unge-wiß ist, und in seiner Ungewißheit ein Gaukel-spiel seiner Vernunftschlüsse wird, gewiß zu ma-<hen, und zur N>ahrheirzu bestimmen.Manwillnur fragen, ob der Ausruf des Bischof Dossvets sorichtig ist: 5Velch Ansehen kann größer seyn,als das Ansehen der katholischen Zxirche, dasdas Ansehen aller Jahrhunderte begreift, undihre Folge bis auf den Ursprung der N)elc zu-rückführen kann!

Wir können das Schicksal ihrerKirche und der unsri-gen der Zukunft überlassen. Alles was sich selbst erhebt,sagt Bossvet,wa6 menschlich, was nicht von Gott ist, hatsein bestimtes Schicksal; es wird untergehen. Ein Jahr-hundert vergeht nach dem andern; einKönigreich vergehtnach dem andern; ein Geschlecht stirbt nach dem andern.Es werden neue Jahrhunderte, neue Königreiche, neueGeschlechter kommen, und alle werden vergehen. Unzäh-lige Irrthümer haben sich erhoben, und sind gefallen;so lange Menschen, Leidenschaften, Vorurtheile, und La-sier sind, werden sich neue Irrthümer erheben, undwieder fallen. Nur die Wahrheit ist, wie Gott ,ewig und unveränderlich.

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